Insgesamt hat sich die Situation für Kinder und Familien in den letzten Jahren und Jahrzehnten kontinuierlich verbessert. Mit Tempo 30 und Gehwegenasen beispielsweise wurde viel für die Verkehrssicherheit geleistet, Spielplätze sind attraktiver geworden – zuletzt etwa wurde der Spielplatz im Holzhausenpark neu gestaltet -, die Kinderbetreuung wurde ausgebaut und die Platzvergabe über die Plattform „kindernet“ im Großen und Ganzen nutzerfreundlich, transparent und effizient gestaltet.
Es bleibt aber viel zu tun. Das gilt insbesondere für den öffentliche Straßenraum und die Plätze vor der eigenen Haustür. Diese sind für Kinder kaum zum Spielen geeignet. Wir wollen mehr Angebote schaffen, damit sich Kinder freier und sicherer bewegen können. Darüber hinaus wollen wir eine gute Kinderbetreuung sicherstellen und Kinder stärker am Willensbildungsprozess beteiligen. Insgesamt schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

Sichere Verkehrswege für Kinder

Wir brauchen mehr Verkehrssicherheit für Kinder. Kinder können nur sehr schwer an parkenden Autos vorbeiblicken, um eine Straße vor dem Überqueren einzusehen. Um ihnen eine gute Sicht zu ermöglichen, müssen Straßenecken von parkenden Autos freigehalten bleiben; die StVO sieht einen Abstand von fünf Meter zur Einmündung vor. Entsprechende Maßnahmen – z. B. Radbügel, Bänke, Gehwegnasen – fordern wir ein. Auch sind mehr Zebrastreifen vonnöten. Immer mehr Kinder fahren mit dem eigenen Rad zur Schule. Wir fordern ein, dass die Schulwege auch diesbezüglich auf ihre Attraktivität und Sicherheit geprüft und angepasst werden. Ziel ist es, dass Kinder sich möglichst früh und selbstständig im Straßenraum bewegen können – zu Fuß und mit dem Fahrrad.

Spielflächen auf Straßen und Plätzen

Damit Kinder mehr Spielmöglichkeiten vor der Haustür bzw. wohnortnah haben, setzen wir uns dafür ein, mehr Straßen in verkehrsberuhigte Bereiche (Spielstraßen) umzuwandeln. Solche verkehrsberuhigten Bereiche sind nicht immer autofrei. Doch allen Verkehrsteilnehmenden ist klar angezeigt: Hier ist mit spielenden Kindern zu rechnen, hier gilt Schritttempo. Des Weiteren wollen wir auch asphaltierte Flächen beispielsweise zum Skateboard- und Rollerfahren für Kinder bereitstellen. Auf geeigneten Plätzen oder an breiten Gehwegstellen wollen wir Spielpunkte einrichten.
Am Heideplatz gibt es von März bis Oktober einmal pro Woche eine temporäre Spielstraße, die sich hoher Beliebtheit erfreut. Hier haben Kinder die Möglichkeit, betreut und mit besonderen Spielgeräten die Straße für sich zu nutzen. Auf dem Glauburgplatz und dem Merianplatz betreuen Kindereinrichtungen Spielecontainer und ermöglichen Kindern vielfältige Spiele. Solche Initiativen wollen wir weiterhin unterstützen. Wir setzen uns zudem dafür ein, dass im Nordend weitere temporäre Spielstraßen eingerichtet und gefördert werden. Im Laufe der kommenden fünf Jahre sollten mindestens drei weitere hinzukommen. Dabei setzen wir auch auf die Beteiligung und Initiative von Anwohner*innen, die sich beim Ortsbeirat melden und mitteilen können, dass sie „ihre“ Straße zu einem verkehrsberuhigten Bereich umwandeln wollen. Des Weiteren wollen wir erneut die Initiative ergreifen, um Schulhöfe nach Schulschluss auch als öffentliche Spiel-, Sport- und Bewegungsflächen für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil zu öffnen.

Spielplätze attraktiv halten / Patenschaften fördern

Die Spielplätze im Nordend sind gut besucht. Ihre Ausstattung muss für alle Kinder attraktiv und sicher sein. Wir wollen verstärkt barrierefreie Spielgeräte etablieren, die auch Kindern mit Behinderungen die Nutzung ermöglichen. Wir wollen uns außerdem dafür einsetzen, dass im Umfeld der Spielplätze mehr öffentliche Toiletten installiert werden.
Die Patenschaften, die Kinder- oder Schülerläden für manche Spielplätze übernommen haben, haben sich bewährt. Wir wollen das Konzept ausbauen und auch Eltern eine Patenschaft für einen Spielplatz in ihrer Nähe anbieten.

Kinder stärker an der Willensbildung beteiligen

Mit dem großen Kinderfest der Frankfurter Bürgerstiftung konnte 2018 der sanierte Holzhausenpark wieder eröffnet werden. Bei der Gestaltung des Spielparks waren Kinder aktiv mit einbezogen worden. Dies hat ihnen viel Spaß gemacht und zu guten Ergebnissen geführt. Wir möchten grundsätzlich die Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche stärken, sich mit ihren Ideen in die Entwicklung unseres Stadtteils einzubringen. Im Ortsbeirat bietet sich ein öffentliches Forum dazu an. Mindestens ein bis zweimal im Jahr sollten Anliegen von Kindern und Jugendlichen Schwerpunktthema der Bürgerfragestunde sein.

Kinderbetreuung ausbauen

Das Betreuungsangebot für Kinder ab drei Jahren ist im Nordend gut ausgebaut. Für Kinder unter drei Jahren reichen die Angebote in Krippen, Krabbelstuben und Tagesfamilien bei Weitem nicht aus. Wir GRÜNE werden uns im Ortsbeirat verstärkt für Angebotsverbesserungen einsetzen.

Schulische Angebote erweitern

Uns ist wichtig, dass für die Kinder des Nordends beim Übergang in die weiterführende Schule wohnortnah mehr Schulplätze angeboten werden und der Schulentwicklungsplan in diesem Sinne fortgeschrieben wird – für Gymnasien, Realschulen und Integrierte Gesamtschulen. Viele Familien mit Kindern im Grundschulalter sind auf gute Betreuungsangebote am Nachmittag und während der Ferien angewiesen. Insgesamt gibt es im Nordend ein breites Angebot an Hort- und schulischen Betreuungsplätzen. Wir setzen uns dafür ein, dass zusätzliche Angebote vor allem an den Grundschulen geschaffen und diese zu ganztägig arbeitenden Schulen ausgebaut werden. Darüber hinaus unterstützen wir die Jugendsozialarbeit, die von unterschiedlichen Trägern an den Schulen geleistet wird.

Schulgebäude sanieren

Wir freuen uns, dass in der zu Ende gehenden Wahlperiode drei Nordendschulen, nämlich die Elisabethenschule, die Merianschule und die Klingerschule, umfassend und nach hohen Standards saniert worden sind. Wir setzen uns dafür ein, dass mit der Sanierung der Schwarzburgschule noch im laufenden Schuljahr begonnen wird. Wir sehen den Magistrat in der Pflicht, beim beabsichtigten Abbruch des Glauburgbunkers gegenüber dem Bauherrn sicherzustellen, dass die Lärmemissionen den Unterricht in der Schwarzburgschule und den pädagogischen Alltag in der städtischen Kita (KiZ 103) nicht beeinträchtigen. Andernfalls sind Schule und Kita vorübergehend – und zu Lasten des Bauherrn – auszulagern.

Digitalisierung vorantreiben

Die Corona-Krise hat verdeutlicht, dass in diesem Punkt erheblicher Nachholbedarf besteht. Die Digitalisierung der Schulen ist eine bundesweite Aufgabe und kann nicht im Stadtteil allein gelöst werden. Wir wollen das Thema aber im Ortsbereit thematisieren und einfordern, dass die Stadt Frankfurt als Schulträger und das Land Hessen die Schulen finanziell und personell entsprechend ausstattet und auch dabei unterstützt, verfügbare Fördermittel des Bundes abrufen zu können.

Essensversorgung an Schulen

Die Stadtverordnetenversammlung hat in diesem Jahr ein neues Konzept zur Essensversorgung an Frankfurter Schulen beschlossen. Dabei werden die wesentlichen Standards berücksichtigt, die Voraussetzungen sind für hochwertige Qualität des Essens und für hohe Zufriedenheits- und Akzeptanzwerte bei Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern. Ein Problem ist, dass die Komplexität und der bürokratische Aufwand des Bewerbungsverfahrens, das europäischem Vergaberecht unterliegt, weiterhin große Anbieter begünstigt. Das lehrt auch der Ausgang des jüngsten Vergabeverfahrens an der IGS Nordend im Herbst 2020, bei dem sich die von der Schulgemeinde favorisierte Bewerberin erneut nicht durchsetzen konnte. Zur Erinnerung: Die Schüler*innen und Eltern der IGS Nordend protestierten 2018 monatelang gegen die Vergabe des Caterings an Sodexo, einen börsennotierten, internationalen Cateringkonzern. Ihr Protest und „Mensastreik“ haben die Neuausrichtung der Essensversorgung an Frankfurter Schulen überhaupt erst angestoßen. Wir setzen uns dafür ein, dass die IGS Nordend und andere Schulen, die dies wünschen, die Möglichkeit erhalten, über die Vergabe des Caterings am Ende des Verfahrens durch das Votum der Schulgemeinde selbst entscheiden zu können.